| Engesser: Meister Chen, Sie haben in Freiburg
ein Taichi-Seminar durchgeführt. Wie ist es mit Deutschen
Taichi zu machen?
Meister Chen: Die Deutschen sind klüger als
die Chinesen, sie begreifen sehr schnell. Meine Schüler
aus Deutschland lernten alle schnell. Hartmut auch.
Engesser: Schmeicheln Sie uns?
Meister Chen: Nein, es ist Tatsache.
Engesser: Hartmut hat mir verraten, dass Sie 77 Jahre
alt sind. Ihr Gesicht sieht viel jünger und sehr lebendig
aus.
Meister Chen: Das kommt vom Taichi. Das ist ein ganz
wichtiger Punkt beim Taichi. Es hält jung und gesund
und fördert die Lebenskraft. Man kann mit Taichi den
Frühling zurückholen.

Chen Quanzhong und Huang Xin
(Foto Dagmar Engesser)
Engesser: Wie lange machen Sie schon Taichi?
Meister Chen: Das ganze Leben lang, von Kind an.
Und seit 40 Jahren ohne Pause.
Engesser: Wie wird man Meister?
Meister Chen: Drei Punkte sind dafür nötig:
Dass man ein Ziel hat, man muss es wirklich wollen.
Man braucht einen richtigen Lehrer, der einem auf den richtigen
Weg bringt.
Es muss eine Organisation geben. Alleine geht das nicht.
Man muss mit anderen zusammen studieren und Erfahrungen
austauschen.

Hartmut Haak und Chen Quanzhong
(Foto Dagmar Engesser)
Engesser: Wie gefällt Ihnen Deutschland?
Meister Chen: Sehr. Besonders die Berge, das Klima.
Engesser: Und die Menschen?
Meister Chen: Sie sind gastfreundlich, sehr offen
und direkt und vertreten ihre eigene Meinung.
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